Der amerikanische Frühling ist vorbei?

Veröffentlicht auf von gutmensch

Ich finde, dass die Occupy Wallstreet Bewegung in den deutschen Medien zu wenig Beachtung gefunden hat. Hier wiederspiegelt sich das, was einerseits eine Stärke ist, andererseits aber auch eine Schwäche.

Die Stärke liegt darin, dass breite Bevölkerungsschichten, nicht nur "Linke" Teil der Bewegung sin (links fängt in den USA ja schon etwa beim Arbeitnehmerflügel der CDUan). Es drücken sich die Ängste des Mittelstandes vor einem weitern Abstieg aus und es wachsen die Zweifel am amerikanischen Traum, dass jeder reich werden kann so er nur fleißig ist und/oder eine gute Idee hat.

Auf der anderen Seite fehlt die Identifikationsfigur (in Deutschland scheut man sich von einer Führungsfigur) zu sprechen, die der Bewegung ein Gesicht gibt. Die Anonymus-Maske ist nicht wirklich ein Gesicht, das in Talkshows oder bei Verhandlungen gesehen werden will. Ähnlich, wie es einmal (vielleicht was es Henry Kissinger) gesagt wurde:

 

"Ich weiß nicht die Telefonnummer von Europa."

 

Es gibt keine "Telefonnummer" der Occupy Wallstreet Bewegung, keinen Ansprechpartner. Das mit dem Ansprechpartner in Europa hat sich zwischenzeitlich geändert. Der amerikanische Frühling scheint aber zu erlahmen.

Veröffentlicht in Politik

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